5 1 0: Medienpools

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Docs latest icon.png Willkommen in der aktuellsten Version der SEP sesam Dokumentation 5.1.0 Apollon. Frühere Versionen der Dokumentation finden Sie hier: Documentation Archiv.

Medienpools


Ein Medienpool ist eine Gruppe von Medien desselben Typs, die Sie für Sicherungen verwenden. Sie können verschiedene Arten von Medienpools für verschiedene Arten von Sicherungsdaten, Sicherungsquellen (z.B. Dateisicherung, DB-Sicherung) oder Laufwerkstypen haben. Wie Sie einen Medienpool konfigurieren, hängt von der Art des von Ihnen verwendeten Speichergeräts ab, d.h. Band- oder Plattenspeicher. Mit Ladern richten Sie einen Medienpool ein, der für Sicherungen direkt auf Bändern verwendet wird. Für Sicherungen auf Festplatten oder in der Cloud (Plattenspeicher, S3-Cloud-Speicher) müssen Sie zunächst einen Datenspeicher einrichten, aber dennoch einen oder mehrere dedizierte Medienpools dafür anlegen. Sie können auch einen Reservepool (SPARE) als zusätzliche Quelle für Medien desselben Typs konfigurieren, der verwendet werden kann, wenn alle Bandmedien in einem Pool in Gebrauch sind. Details dazu finden Sie unter Konfigurieren eines Medienpools.

Benennung von Medien (Labels)

Sobald ein Medienpool konfiguriert ist, wird SEP sesam automatisch jedes Medium mit einem eindeutigen Medien-Label während der Initialisierung markieren. Medien-Label werden in der SEP sesam Datenbank gespeichert. Das Medienlabel ist eine Kombination aus dem Namen des Pools (z.B. Day_, Week_, Month_) und einer 5-stelligen Nummer. Wenn der Name des Pools z.B. LTO_month lautet, besteht das Medienlabel für Medien in diesem Pool aus einem Präfix LTO_month, gefolgt von einer fortlaufenden Nummer, z.B. 00001 - das erste Medienlabel wäre LTO_month00001. Das nächste Medium hätte dann ein Medienlabel LTO_month0000002, usw.

Datenspeicher

Medienpools stellen eine herkömmliche Form der Organisation der Datenspeicherung dar und werden typischerweise für das direkte Sichern auf Bänder verwendet. Für das Sichern auf Festplatte verwendet SEP sesam einen Datenspeicher. Auch wenn die Daten noch primär in einem Medienpool gesichert werden, wird darunter ein Datenspeicher verwendet, um die Daten direkt auf einem oder mehreren konfigurierten Speicherplätzen - im Dateisystem - zu speichern. Weitere Informationen finden Sie unter Datenspeicher.

Sicherungsstrategie

Medienpools stellen die wesentliche Grundlage für den Aufbau der Sicherungsstrategie dar. Jeder Medienpool steht für eine Reihe von Medien, die für einen bestimmten Zweck vorgesehen sind. Beispielsweise können Medienpools für Werktage, Wochenenden, bestimmte Standorte, bestimmte Typen von Datenbanken und vieles mehr angelegt und verwaltet werden.

Es ist möglich, spezielle GFS Medienpools für die Speicherung von Daten auf Band nach der klassischen GFS (Grandfather-Father-Son) Sicherungsrotationsstrategie zu konfigurieren. Es gibt jedoch mehrere Sicherungsstrategien zum Schutz Ihrer Umgebung, die einfach mit SEP sesam implementiert werden können. Für weitere Informationen siehe Sicherungsstrategie - Best Practices und GFS Sicherungsaufbewahrungsstrategie.

Sie können einen neuen Medienpool anlegen, indem Sie Auswahl -> Komponenten -> Medienpools -> Neuer Medienpool wählen. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren eines Medienpools.

Media pools Apollon de.jpg

Eigenschaften des Medienpools

Ein Doppelklick auf einen Medienpool öffnet dessen Eigenschaften, in denen Sie die Einstellungen des Medienpools bearbeiten können. Die Eigenschaften des Medienpools unterscheiden sich je nach Typ des Medienpools (für Band- oder Plattenspeicher). Das folgende Beispiel zeigt die Eigenschaften für den Medienpool, der für Sicherungen auf Bändern verwendet wird, mit zwei zusätzlichen Reitern: Lesbarkeitstest und Optionen.

Im Falle von LTO-Bändern wird der zusätzliche Reiter Verschlüsselung angezeigt, auf der Sie die LTO-Verschlüsselung von Bandlaufwerken auf Medienpool-Ebene aktivieren können. Weitere Informationen finden Sie unter LTO Verschlüsselung.

Media pools properties Apollon de.jpg

  • Name: Der benutzerdefinierte Name eines Medienpools. Der Name darf nicht mit fünf Ziffern enden, da dieses Feld für die Medienbeschriftung verwendet wird.
  • Beschreibung: Optionale Beschreibung des Pools, z.B. Monatliche Sicherung.
  • Laufwerksgruppe: Auswahl einer Laufwerksgruppe, an die der Medienpool angeschlossen ist (z.B. Tape_Drives, RDS_LTO_Dives, etc.).
  • Typ: Wenn konfiguriert, wird der Medienpool-Typ (z.B. Clone) angezeigt.
  • Aufbewahrungszeit [Tage]: Der Zeitraum, für den alle Medien des jeweiligen Medienpools nach dem Schreiben der Daten auf das Medium geschützt sind, so dass die Sicherungssätze erhalten bleiben und für die Rücksicherung zur Verfügung stehen. Die Aufbewahrungszeit beginnt mit dem Datum, an dem ein Sicherungssatz auf das Medium geschrieben wird, und dauert den durch die Aufbewahrungszeit des Medienpools festgelegten Zeitraum (in Tagen). Das Ablaufdatum der Aufbewahrungszeit ist die EOL des Sicherungssatz. Wenn ein Sicherungssatz auf Band gespeichert wird, hat jeder gespeicherte Sicherungssatz seine eigene EOL, das Ablaufdatum des Bandes jedoch entspricht der maximalen Aufbewahrungszeit (der längsten EOL) aller Sicherungssätze, die auf ihm gespeichert sind. Weitere Informationen finden Sie unter Bandmedium EOL.
  • Ersatzmedienpool: Wählen Sie einen Medienpool aus, der stattdessen verwendet werden soll, wenn dieser nicht verfügbar ist.
  • Medienpool deaktivieren: Wenn diese Option ausgewählt ist, wird ein Medienpool deaktiviert, so dass er nicht zur Verwendung zur Verfügung steht.
  • Information sign.png Anmerkung
    Im Falle eines Clone Medienpools steuert die Option Medienpool deaktivieren nicht nur, ob ein Medienpool zur Verfügung steht, sondern auch, ob die Upload - Synchronisation mit der S3 Cloud durchgeführt wird. Wenn Sie einen Clone Medienpool deaktivieren, indem Sie die Option Medienpool deaktivieren wählen, werden die Daten nicht mehr mit der S3-Cloud synchronisiert. Details finden Sie unter S3 Cloud Storage Replikation.

Lesbarkeitstest

Hierbei handelt es sich um einen Prozess, der die Lesbarkeit der Daten auf Band und deren Struktur überprüft und sicherstellt, dass die Sicherungssätze auf Band in der Datenbank aufgezeichnet werden und umgekehrt. Die Ergebnisse werden im Protokoll angezeigt.

Die Lesbarkeitsprüfung wird durch einen speziellen Medientermin konfiguriert und gestartet. Weitere Informationen finden Sie unter Anlegen eines Medientermins.

Media pools read check Apollon de.jpg

  • Lesbarkeits-Prüfungsfrist [Tage]: Standardmäßig ist der Wert 0 (Null) und die Lesbarkeitsprüfung ist ausgeschaltet. Wenn eine Zahl > 0 gesetzt ist, wird ein Medium nach der angegebenen Anzahl von Tagen geprüft und mit dem Status Leseprüfung erforderlich gekennzeichnet. Die Lesbarkeitsprüfung kann nur durchgeführt werden, wenn eine Medien-EOL noch nicht abgelaufen ist und nicht für EOL-freie Medien geeignet ist. Siehe auch Konfigurieren eines Lesbarkeitstests.
  • Frist für Lesbarkeit überfällig [Tage]: Die Anzahl der Tage, an denen ein Lesbarkeitstest überfällig ist. Sie wird auf der Grundlage der Prüfungsfrist und des Werts der Überfälligkeit berechnet.
  • Wiederholungsrate für Lesbarkeitsprüfung [Fristen]: Wenn Unbegrenzt gewählt ist, wird das Medium entsprechend der angegebenen Frequenz geprüft. Wenn Ausführung ausgewählt ist, wird die Prüfung so oft wie angegeben wiederholt.
Information sign.png Anmerkung
Um die Lesbarkeitsprüfung durchführen zu können, müssen Sie einen Zeitplan erstellen und einen Medientermin damit verknüpfen. Weitere Informationen finden Sie unter Anlegen eines Medientermins.

Aktionen

Sie können spezielle Optionen (entsprechend Ihrer Strategie) konfigurieren, um die gemeinsame Nutzung von Medien über Medienpools hinweg zu ermöglichen.

Media pool-options Apollon de.jpg

  • darf leeres, fremdes Medium benutzen: Wenn im jeweiligen Pool keine verfügbaren Medien vorhanden sind, verwendet SEP sesam unbekannte oder leere Medien für die Sicherung. (Ein neu gekauftes, noch nie verwendetes Medium gilt in dem Zusammenhang ebenfalls als 'unbekannt'.)
  • darf EOL-freies Medium benutzen: Medien mit abgelaufener EOL aus demselben Medienpool können für die Sicherung verwendet werden. Durch Deaktivieren kann die Nutzung des spezifisch definierten Mediums erzwungen werden.
  • darf SPARE-Medium benutzen: Wenn im jeweiligen Pool keine verfügbaren Medien vorhanden sind, aber ein Medienpool mit dem Präfix SPARE_ im Namen (Reservepool) konfiguriert ist, verwendet SEP sesam automatisch Medien aus dem Reservepool.
  • darf Medien aus anderem Pool verwenden: Wenn ausgewählt, erlaubt es dem jeweiligen Medienpool, verfügbare Bänder anderer Medienpools zu verwenden, wenn im Ziel-Medienpool keine Bänder verfügbar sind.
  • ein anderer Medienpool darf Medien aus diesem Pool verwenden: Wenn ausgewählt, kann ein anderer Medienpool, der keine eigenen Bänder mehr hat, die verfügbaren Bänder dieses Medienpools verwenden.
  • Schließen des aktuellen Sicherungsbandes während der Initialisierung des neuen Bandes: Wenn das Band in diesem Pool gewechselt wird, wird das derzeit verwendete Band in diesem Pool geschlossen, bevor ein neues Band initialisiert wird. Mit dieser Option wird das Band geschlossen, bevor es aus dem Bandlaufwerk entladen wird, so dass keine weiteren Daten auf diesem Band abgelegt werden können.

Wenn die Daten auf den Bändern nicht mehr benötigt werden, können die Metadaten auf den Bandmedien in den Medienpools entfernt werden:

  • Löschen aller Metadaten des Bandmediums, sobald das Band EOL-frei wird: Daten auf Bändern können nur gelöscht werden, wenn ihre EOL abgelaufen ist. Wenn Sie diese Option aktivieren, werden die Metadaten von Bändern, die nicht mehr schreibgeschützt sind, gelöscht.
  • Löschen aller Metadaten des Bandmediums und Neuinitialisierung des Bandes, sobald das Band EOL-frei wird: Die Aktivierung dieser Option löscht alle Metadaten auf dem Bandmedium und reinitialisiert das Band (vorausgesetzt, das Band ist für SEP sesam verfügbar), indem das Band in ein Laufwerk geladen und physisch gelöscht wird, wodurch der Zugriff auf alle vorhandenen Daten auf dem Band verhindert wird.
Information sign.png Anmerkung
Die oben beschriebenen Medien-Failover-Strategien basieren auf der Übernahme von Medien aus den verschiedenen Pools, d.h. solche Medien werden vom Original in den jeweiligen Pool überführt und erhalten dort einen neuen Namen. D.h. die Medien sind im Quell-Pool nicht mehr verfügbar. Dies sollten Sie bei der Planung Ihrer Medienstrategie berücksichtigen. Details finden Sie unter Medienstrategie.

Berechtigungen

Sie können die erforderlichen Berechtigungen (ACLs) für den Medienpool auf dem neuen Reiter Berechtigungen festlegen. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden von Zugriffskontrolllisten.

Media pool permissions Apollon de.jpg


See also

Medienstrategie - Tape Management - Konfigurieren eines Medienpools

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