SEP Sesam Server Linux BSR Restore

From SEPsesam

Jump to: navigation, search

Contents

BSR Disaster Restore (Eigenrestore eines SESAM Servers mittels LINUX BSR CD)

Allgemeines

Im Folgenden Beispiel wird der Eigenrestore eines Linux Systems beispielhaft angeführt. Im Fall eines Komplettverlustes der Daten des SEP sesam Servers, ist ein Restore über die Linux BSR CD möglich sofern die nötigen Voraussetzungen und Vorarbeiten getroffen wurden.

Im folgenden Beispiel wird davon ausgegangen, dass eine Eigensicherung des SEP sesam Servers (SLES10 SP2, 32 Bit) auf Tape existiert. Die Festplatte des sesam Server ist defekt und das System soll wiederhergestellt werden.

Der Restore wird auf baugleicher Hardware durchgeführt. Ein Restore auf neue oder geänderte Hardware wird derzeit nicht unterstützt bzw. ist mit erheblichem und kostenpflichtigem Merhaufwand verbunden.

Voraussetzungen

  • Das System muss zuvor mit drei separaten Aufträgen gesichert werden. Ein Auftrag Typ "path" "full/copy" mit der Quelle "disk_info", ein zweiter Auftrag typ "path" "full/copy" mit der Quelle "all". Der dritte Auftrag ist das vordefinierte SEP sesam Backup als "full/copy" Saveset. Es ist beim 3. Auftrag wichtig zu kontrollieren ob der Pfad <SESAM_ROOT>/var/lis im Auftrag eingebunden ist.
  • SEP Sesam BSR ISO Image (bsr_<architektur>.iso) auf CD gebrannt oder aus dem Netzwerk bootbar.
  • Vorkenntnis im Umgang mit SEP sesam "sm_recover" Schnittstelle und Bedienung des SEP sesams im Allgemeinen.
  • Kenntnisse im Umgang mit der Linux Shell.

Vorgehen

Der Restore erfolgt in den folgenden Schritten:

  • Boot der SEP sesam BSR Live CD
  • Starten des SEP sesam Servers (Button auf Desktop) von der Live CD
  • Überprüfen der sesam Konfiguration (Laufwerk oder Disk-Storage muss der virtuellen SEP sesam Instanz bekannt sein) / Start einer Root Shell
  • Restore der "disk_info" Informationen in die Live-CD Ramdisk
  • Starten des "disk_info" Restores auf der Kommandozeile
  • Restore der "all" Sicherung mittels sm_recover nach /mnt/disk
  • Installation des GRUB Bootloaders
  • Reboot des Systems.

Boot der SEP sesam BSR Live CD

Nach Einlegen der CD erscheint der "boot:" prompt, hier einfach mit Enter bestätigen. Nach dem Bootvorgang startet die Grafische GNOME Oberfläche, anschliessend startet auch der für die Netzwerkkonfiguration nötige Xnetconfigurator, der es möglich macht, vorhandene Netzwerkkarten zu konfigurieren. Dies wird im aktuellen Beispiel nicht zwingend benötigt, ist aber von Vorteil:

Boot Prompt:

Image:image_boot_prompt.jpg
Image:image_netconfig.jpg

Starten des SEP sesam Servers von der Live CD

Die Installation des SEP sesam Servers erfolgt über das Desktop Icon "SEP sesam Server Setup":

Image:image_setup.jpg

Nach Ausführen des Setup startet automatisch die grafische Benutzeroberfläche.

Image:6_sesam_installed.jpg

Überprüfen der sesam Konfiguration / Start einer Root Shell

Für einen Restore ist es notwendig, dass der SEP sesam Server Zugriff auf das am System angeschlossene Tape Device oder Disk hat. In aller Regel werden vorhandene Tape Devices von einem SEP sesam Server automatisch erkannt. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen alle nötigen Schritte vorgenommen werden um Zugriff auf das Tape Device zu erlangen.

Die Überprüfung der Konfiguration erfolgt in zwei Schritten:

  • Überprüfung über die GUI
  • Lesen eines Band-Labels aus dem Laufwerk (das Band muss sich im Laufwerk befinden)

Im angehängten Beispiel handelt es sich um ein USB AIT Tape Device das am sesam Server direkt ans Mainboard angeschlossen ist:

GUI Überprüfung:

Image:7_ait_tape.jpg


Ist das Laufwerk vermeindlich richtig konfiguriert und alle Laufwerksstrukturen wurden erzeugt geht es anschließend weiter mit dem Start einer Root Shell über das Icon "Root Shell". Die sesam GUI kann wahlweise offen gelassen oder geschlossen werden. Für die weiteren Schritte wird sie nicht mehr benötigt.

Image:8_start_root_shell.jpg

Das sesam Profil wird in der Root Shell automatisch gesourced. Nun wird mittels des Tools "sm_sms_interface" als allererstes geprüft ob vom Band gelesen werden kann, in dem das Label vom Band mit dem folgenden Befehl ausgelesen wird:

Image:9_sm_sms_interface.jpg

Ist das Auslesen des Labels (in Diesem Beispiel "sesam-backup00001") erfolgreich, so kann mit dem eigentlichen Restoreverfahren begonnen werden. Wenn nicht ist die Laufwerkskonfiguration zu überprüfen.

Restore der "disk_info" Informationen in die Live-CD Ramdisk

Die "disk_info" Informationen werden zuerst über die sm_recover Schnittstelle restored und anschließend per Hand ausgeführt. Der Restore erfolgt wie im folgenden Beispiel.

Das Tool "sm_recover" wird auf der Shell gestartet. Dieses Tool fragt nach einigen Informationen.

Zuerst wird es fragen welches Device verwendet werden soll:


Image:10_sm_recover_lw.jpg

Nun verlangt der SEP sesam Server noch nach einem Locking-Modus:

Image:10_sm_recover_lock.jpg

Anschließend wird die Frage gestellt ob die Informationen über die einzelnen Save-Sets und Segmentmarken der Save-Sets bekannt sind oder ob es das Band selbstständig nach allen Save-Sets durchsuchen soll. Diese Informationen können der Desaster-E-Mails des SEP sesam Servers entnommen werden. Alternativ listet die sm_recover Schnittstelle alle auf dem Band vorhandenen Save-sets.

Dieser Vorgang kann einige Zeit in Anspruch nehmen. In unserem Beispiel lassen wir das Band durchsuchen und es werden drei Backups gefunden: 2x disk_info und eine "All" Sicherung. Sollten Sie selbst die Informationen zur Hand haben, so können Sie auch die Auswahl treffen und die entsprechende Band, Safe-Set und Segmentnummern Informationen eingeben.

Image:10_sm_recover_search.jpg

Anschließend kann das entsprechende Save-Set für einen Restore ausgewählt werden. In diesem Fall wird die aktuellste "disk_info" Sicherung ausgewählt (Sicherungsset "2"):

Image:10_sm_recover_search_done.jpg

Nach Bestätigung der Fragen ob ein Restore oder nur eine Liste erstellt werden soll, ob Orginaldateien überschrieben werden dürfen und welches Restore Ziel (in diesem FAll /tmp/), wird der Restore durchgeführt:

Image:10_sm_recover_search_restore.jpg

die "disk_info" Sicherung wird nach /tmp/var/opt/sesam/var/work/disk_info/ in die Ramdisk restored:

Image:10_sm_recover_search_restore_runs.jpg

Starten des "disk_info" restores auf der Kommandozeile

Im nächsten Schritt werden die "disk_info" Informationen zurück auf die Harddisk geschrieben. Hier kommt das SEP Tool "sbc_disk_info_restore" zum Einsatz. Dieses Tool nutzt als ersten Übergabeparameter den Pfad zu den "disk_info" Informationen, als zweiten Parameter das Keyword "auto":

Image:11_disk_info_hand.jpg

Die im System befindliche Disk muss mindestens gleich gross oder grösser als die alte Disk sein. Nach Erstellen der Partitionen und Logical Volumes werden diese in die Ramdisk nach "/mnt/disk" eingebunden.

Image:11_disk_info_done.jpg

Nun muss überprüft werden, z.B. mittels "df", ob alle Partitionen erstellt und eingebunden wurden:

Image:11_check_disk_info.jpg

Restore der "all" Sicherung mittels sm_recover nach /mnt/disk

Anschliessend wird das auf dem Tape befindliche "all" Backupset zurückgeschrieben. Hier ist wichtig, dass der Restore zwingend nach /mnt/disk, also auf die eigentlich partitionierte Platten, nicht auf die Ram-Disk erfolgen muss.

Dieser Restore wird erneut über sm_recover durchgeführt:

Image:12_restore_all_recover.jpg

Anschliessend muss das entsprechend "All" Safe-Set ausgewählt werden:

Image:12_restore_all_select.jpg

Und das entsprechende Rücksicherungsziel, bzw. ob Daten kopiert werden sollen:

Image:12_restore_all_doit.jpg

Anschliessend startet der Restore:

Image:12_restore_all_start.jpg

Nach erfolgreichem Restore ist es nun an der Zeit die GRUB Bootloder Informationen in den Master Boot Record zurückzuschreiben.

Installation des GRUB Bootloaders

Wurde die "All" Rücksicherung erfolgreich beendet kann mittels des Tools "grub-install" der Bootloader neu geschrieben werden um das System bootbar zu machen:


Image:13_grub_install.jpg

Im folgenden Beispiel benötigt das script "grub-install" zwei Übergabeparameter:

  • wo das installierte System liegt
  • für welche Fesplatte der Bootloader installiert werden soll

In diesem Beispiel wird davon ausgeganen, dass der Bootloader in die erste Festplatte (hd0) installiert werden soll. Welche Platten im System vorhanden sind kann über die Datei:

/mnt/disk/boot/grub/device.map

herausgefunden werden.

Wurde die Installation des Grub Bootloaders mit "Installation finished, no Errors Reported" bestätigt (Der Fehler "unary operator expected" kann ignoriert werden) kann das Live-CD System mittels "reboot" neu gestartet werden. Das ursprüngliche System sollte beim nächsten Boot starten.

Personal tools